Sucheinstellungen am Datenpool

Bedeutungssuche, Textstellen pro Antwort, Tiefensuche und Trefferreihenfolge — was die vier Einstellungen tun und wie Du sie setzt

Wo Du die Einstellungen findest

Öffne Einstellungen → Datenquellen, klicke den Datenpool an und bleibe im Tab Übersicht. Dort stehen vier Einstellungen, die bestimmen, wie in diesem Pool gesucht wird.

Sie gelten pro Datenpool, nicht pro Assistent — sie wirken gleich, ob der Pool direkt in einem Chat oder über einen Assistenten genutzt wird.

EinstellungStandardWas sie tut
BedeutungssucheanFindet zusätzlich, was sinngemäß passt, aber anders formuliert ist
Textstellen pro Antwort10 (1–100)Obergrenze der Fundstellen, die in eine Antwort einfließen
Tiefensuche (experimentell)ausÜbergibt den Abruf an einen eigenen Such-Agenten
Trefferreihenfolge verbessernausHat derzeit keine Wirkung — siehe unten

Bedeutungssuche

Empfehlung: anlassen. Sie ist der Grund, warum die Suche auch dann trägt, wenn Deine Nutzer:innen anders formulieren als Deine Dokumente. Jemand fragt „wie entlüfte ich das Ventil", im Handbuch steht „Entlüftung des Ventilkörpers" — mit Bedeutungssuche wird das gefunden, ohne sie nur noch der exakte Begriff.

Ausschalten lohnt sich nur, wenn in diesem Pool ohnehin nach exakten Begriffen gesucht wird — Aktenzeichen, Artikelnummern, Eigennamen — und der Bestand groß ist. Die Indexierung ist dann deutlich schneller fertig und günstiger.

Hinweis

Ausschalten löscht nichts. Es stoppt nur, dass neue Dateien eingebettet werden — was bereits eingebettet ist, bleibt durchsuchbar. Wieder einschalten wirkt nicht sofort: die Bedeutungssuche wird ab dem nächsten Sync-Lauf Datei für Datei nachgebaut.

Textstellen pro Antwort

Der Wert legt fest, wie viele Fundstellen aus diesem Pool höchstens in eine Antwort einfließen. Möglich sind 1 bis 100, der Standard ist 10.

Bei 10 starten

Der Standard passt für die meisten Bestände. Ändere ihn erst, wenn Du ein konkretes Symptom siehst.

Höher gehen, wenn Antworten unvollständig sind

Typisches Symptom: eine Antwort bricht inhaltlich ab, oder in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung fehlt ein Schritt. Das passiert vor allem bei langen Betriebsanleitungen und Handbüchern mit Tabellen. Erhöhe den Wert in kleinen Schritten und prüfe nach jeder Änderung mit der Testsuche nach.

Niedriger gehen bei kurzen, gleichartigen Dokumenten

Bei FAQ-Sammlungen oder Richtlinien liefern weniger Textstellen oft die präziseren Antworten, weil weniger Randtreffer mitkommen.

Achtung

Nicht weiter erhöhen als nötig. Mehr Textstellen machen die Antwort langsamer und belegen Platz im Kontextfenster des Modells, der dann für das eigentliche Gespräch fehlt — bei genügend hohem Wert kann das zu einem „Chat zu groß"-Fehler führen. Erhöhe schrittweise und stoppe, sobald die Testsuche eine vollständige Antwort bestätigt; eine feste Zahl, die immer sicher ist, gibt es nicht. Mehr dazu: Chat zu groß für das Modell.

Tiefensuche

Ist die Tiefensuche aktiv, übernimmt ein eigener Such-Agent den Abruf: Er stellt mehrere Suchanfragen hintereinander, verfeinert oder verbreitert sie und lädt bei Bedarf ganze Dateien nach. Für offene Rechercheaufgaben kann das die besseren Antworten liefern, es dauert aber länger.

Drei Punkte, die Du vor dem Einschalten kennen solltest:

  • Sie muss zweimal freigeschaltet sein. Der Schalter am Datenpool allein reicht nicht — die Tiefensuche muss zusätzlich für Deine Organisation freigeschaltet sein. Ist sie das nicht, bleibt der Schalter wirkungslos. Wende Dich dafür an support@meingpt.com.
  • Sie gibt es nur für Cloud-Datenpools. Bei einem Outpost verweigert die Plattform den Such-Agenten bewusst, weil er dort die Werkzeuge zum Blättern und Volltextlesen nicht nutzen kann. Der Schalter wird bei Outpost-Datenpools deshalb gar nicht erst angezeigt.
  • Sie ersetzt den normalen Suchweg, statt ihn zu ergänzen. Solange sie aktiv ist, sieht der Assistent nur noch den Such-Agenten; die direkten Such- und Lesewerkzeuge werden ausgeblendet.

Achtung

In einer laufenden Testphase nicht anschalten. Weil die Tiefensuche den kompletten Abrufweg austauscht, ändert sich das Antwortverhalten deutlich. Ergebnisse aus der Tiefensuche sind dann nicht mehr mit denen aus dem Standardweg vergleichbar. Bewerte erst den Normalfall und sieh Dir die Tiefensuche danach gezielt an einem einzelnen Pool an.

Trefferreihenfolge verbessern

Diese Einstellung hat derzeit keine Wirkung

Der Schalter speichert einen Wert, der in keinem Suchpfad ausgewertet wird — weder bei Cloud-Datenpools noch am Outpost. Ein- oder Ausschalten ändert an Deinen Suchergebnissen nichts.

Lass ihn aus. Wenn Du die Reihenfolge Deiner Treffer beeinflussen willst, sind der wirksame Hebel der Zuschnitt des Datenpools und die Bedeutungssuche, nicht dieser Schalter. Wir dokumentieren das hier offen, damit Du Unterschiede in der Antwortqualität nicht auf eine Einstellung zurückführst, die nichts tut.

Der eigentliche Hebel: die Testsuche

Wenn Du die Qualität eines Datenpools beurteilen willst, ist die Testsuche aussagekräftiger als jede dieser vier Einstellungen. Du findest sie im Datenpool im Tab Testsuche.

Dort stellst Du echte Endnutzerfragen direkt an den Index. Jeder Treffer zeigt Dir, aus welchem Dokument und welcher Textstelle er stammt, und Du kannst zwischen den Suchverfahren umschalten — Stichwortsuche, Bedeutungssuche oder beides kombiniert. Damit misst Du die Qualität des Index direkt, statt sie aus Chat-Antworten zu erschließen.

Vorgehen, das sich bewährt hat: Sammle fünf bis zehn Fragen, die Deine Kolleg:innen tatsächlich stellen würden, und gehe sie in der Testsuche durch. Findest Du zu einer Frage kein passendes Dokument, liegt das fast immer am Zuschnitt des Pools oder an einem Dokument, das nicht im Index ist — und nicht an einer der vier Einstellungen. Wie Du den Zuschnitt verbesserst: Daten gezielt eingrenzen.

Was nicht einstellbar ist

Einige Werte der Suche sind fest vorgegeben und erscheinen bewusst nicht in der Oberfläche:

  • Das Mischungsverhältnis zwischen Bedeutungssuche und Stichwortsuche im kombinierten Suchverfahren.
  • Der Mindest-Relevanzwert, unterhalb dessen ein Treffer verworfen wird.
  • Die Wahl des Suchverfahrens im Chat. Die Plattform entscheidet das pro Anfrage automatisch. Nur in der Testsuche kannst Du das Verfahren von Hand umschalten.

Diese Werte sind über Bestände hinweg abgestimmt; einzeln verstellbar bringen sie mehr Fehlkonfiguration als Nutzen.

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