Skills
Wiederverwendbare Code-Pakete, die deinen Assistenten neue Fähigkeiten geben — von API-Anbindung bis Datei-Generierung.
Worum es geht
Skills sind wiederverwendbare Code-Pakete (.zip-Dateien), die deinem Assistenten Fähigkeiten geben, die über reines Prompting oder Knowledge-Anbindung hinausgehen. Sie werden in der Code-Sandbox ausgeführt und können externe APIs aufrufen, Dateien generieren, Daten verarbeiten oder spezialisierte Logik anwenden.
Wann macht ein Skill Sinn?
Skills sind das richtige Werkzeug, wenn dein Assistent:
- eine API aufrufen soll, für die meinGPT keinen nativen Connector bietet (z. B. dein internes Vertragsmanagement-System)
- eine Datei generieren soll mit eurem Layout (Word-Vorlage, Excel-Bericht in eurem Format, PowerPoint-Deck mit Branding)
- Daten verarbeiten muss in einem Format, das das LLM nativ nicht handhabt (z. B. Binärdaten parsen, komplexe Tabellen-Transformationen)
- deterministische Logik braucht (Berechnungen, Validierung, Geschäftsregeln)
Wenn deine Anforderung mit einem System-Prompt + RAG-Datapool + nativen Tools (MCP-Studio) gelöst ist — kein Skill nötig. Skills sind die nächste Eskalationsstufe für eigene ausführbare Logik.
Skill vs Tool vs Connector — kurze Abgrenzung
| Werkzeug | Was es ist | Wann |
|---|---|---|
| Native Tool / Connector (MCP-Studio) | Vorgefertigte Anbindung an Standard-Dienste (Slack, Outlook, Salesforce, ...) | Standard-Integrationen, schon im Marketplace verfügbar |
Skill (.zip-Paket) | Eigener Code (Python oder JavaScript/TypeScript), der in der Sandbox läuft | Custom-Logik, proprietäre APIs, Datei-Generierung mit eurem Format |
| Knowledge / Datapool | RAG über statische Dokumente | Wenn der Assistent euer Wissen kennen soll, nicht ausführen |
Achtung
Skills stehen nur zur Verfügung, wenn die Code-Sandbox für die Organisation aktiv ist (Standard: an). Fehlt der Skills-Bereich im Editor, prüfe bei einem Admin, ob die Sandbox für die Organisation deaktiviert wurde.
So erstellst du einen Skill
Der Skills-Bereich liegt im Assistenten-Editor als eigene Karte, mit Button Skill erstellen oben rechts und einer Drag-&-Drop-Fläche darunter.

Es gibt zwei Wege dorthin:
Weg 1: Skill per Chat erstellen lassen
Klick auf Skill erstellen öffnet keinen speziellen Assistenten oder Wizard — es ist ein ganz normaler, neuer Chat mit deinem Assistenten, nur mit einer vorausgefüllten ersten Nachricht: "Erstelle mir einen neuen Skill für diesen Assistenten."

Nachricht abschicken: Die vorausgefüllte Nachricht ist schon im Eingabefeld — einfach abschicken.
Rückfragen beantworten: Der Assistent ist angewiesen, dich zu interviewen, bevor er Code schreibt — typischerweise nach Zweck des Skills, benötigten externen APIs, Zugangsdaten und ob eine bestehende Datei (z. B. eine Word-Vorlage) als Grundlage dienen soll.
Code wird generiert: Der Assistent schreibt die Dateien des Skill-Pakets (mindestens eine SKILL.md, siehe Aufbau eines Skill-Pakets) und baut daraus ein .zip.
Automatisch angehängt: Das fertige Paket erscheint direkt in der Skills-Liste des Assistenten — kein manueller Upload-Schritt nötig.

Hinweis
Enthält der Skill Zugangsdaten (API-Keys, Tokens), legt der Assistent dafür eine secrets.json mit Platzhalter-Werten an. Trag die echten Werte danach über den Datei-Explorer ein — sie werden nicht im Chat abgefragt oder protokolliert.
Weg 2: Fertiges .zip hochladen
Hast du (oder ein:e Kolleg:in) den Skill schon als Paket vorliegen, zieh die .zip-Datei direkt in die Drag-&-Drop-Fläche im Skills-Bereich, oder klick darauf, um sie über den Datei-Dialog auszuwählen.

- Grenzen: bis zu 20 Dateien gleichzeitig, praktisches Größenlimit 50 MB pro Datei.
- Keine Struktur-Prüfung: Die Plattform prüft die Datei nur auf technische Sicherheit (kein Zip-Bomb — also keine Datei, die beim Entpacken explodiert). Ob eine
SKILL.mdenthalten ist oder das Paket überhaupt sinnvoll aufgebaut ist, wird nicht validiert. Halte dich deshalb an die empfohlene Struktur unten, sonst kann der Assistent den Skill nicht sinnvoll nutzen.
Aufbau eines Skill-Pakets [#aufbau]
Ein Skill-Paket ist im Kern ein .zip mit einer SKILL.md als Anleitung für den Assistenten, plus dem eigentlichen Code. Empfohlene Struktur:
mein-skill/
├── SKILL.md
├── scripts/
│ ├── main.py
│ └── helpers.py
└── references/
└── api-reference.md
SKILL.md beginnt mit einem YAML-Frontmatter-Block und ist danach frei formuliertes Markdown:
| Feld / Abschnitt | Zweck |
|---|---|
name (Frontmatter) | Kurzer, sprechender Name (klein geschrieben, mit Bindestrichen) |
description (Frontmatter) | Wann der Assistent diesen Skill einsetzen soll — das ist der Text, an dem sich das Modell orientiert |
license (Frontmatter, optional) | Meist Proprietary oder MIT |
| Titel (H1) | Ein-Satz-Zusammenfassung |
## Rules | Was der Assistent tun/lassen soll |
## Workflow | Schritt-für-Schritt-Ablauf |
## Good fits | Konkrete Anwendungsfälle, für die der Skill gedacht ist |
## Avoid by default | Wofür der Skill nicht gedacht ist |
Wird die SKILL.md zu lang (Richtwert: 500 Zeilen), lagere Details in references/ aus und verlinke sie aus der SKILL.md.
Hinweis
Die konkrete Sprache (Python oder JavaScript) wird nicht im Paket festgelegt, sondern automatisch erkannt, sobald der Assistent den Skill in einer Chat-Session einbindet — anhand von Datei-Markern wie requirements.txt (Python) oder package.json (JavaScript). Fehlt ein eindeutiger Marker, greift standardmäßig JavaScript. Nimm bei einem reinen Python-Skill also unbedingt eine requirements.txt ins Paket auf, auch wenn sie leer bleibt.
Sicherheit & Sandbox
Skills laufen in der isolierten Sandbox-Umgebung:
- Kein direkter Zugriff aufs Host-System, kein Internet-Zugriff aus dem Skill-Code heraus
- Sprache pro Skill wird beim Einbinden in die Session automatisch erkannt (Python oder JS)
- Zugangsdaten (API-Keys, Tokens) liegen als
secrets.jsoninnerhalb des Skill-Pakets und werden nicht an das Modell selbst ausgeliefert - Ressourcen-Limits verhindern Endlos-Schleifen oder übermäßigen Speicher-Verbrauch
Die Sandbox-Architektur ist beschrieben unter Code-Sandbox.
Häufige Verwendungen im Mittelstand
| Use-Case | Skill-Inhalt |
|---|---|
| Angebote im Firmen-Layout generieren | Word-Vorlage + Python-Skript, das Daten aus dem Chat einsetzt |
| DATEV-Export aus Rechnungs-Daten | JS-Skript, das JSON-Daten in CSV-Format konvertiert |
| Anbindung ans interne CRM (kein Standard-Connector) | Python-API-Client, der mit eurem CRM spricht |
| Strukturierte PDF-Extraktion aus eigenem Layout | Python mit pdfplumber für vorgegebene Vertrags-Strukturen |
| Custom-Validierung (z. B. Steuer-Berechnungen) | JS mit eurer Berechnungslogik |
Bearbeiten, Grenzen und was (noch) nicht geht [#bearbeiten]
Klick auf einen Skill in der Liste öffnet den Datei-Explorer: Dateibaum links (SKILL.md immer ganz oben), Code-Editor mit Syntax-Highlighting rechts. Du kannst Dateien einsehen, bearbeiten, löschen und die Änderungen zurück ins Paket speichern.

Achtung
Keine Versionshistorie: Speichern überschreibt den bisherigen Stand des Pakets endgültig — es gibt aktuell keine Möglichkeit, zu einer früheren Fassung zurückzukehren. Sichere dir vor größeren Änderungen notfalls eine eigene Kopie außerhalb von meinGPT.
Achtung
Kein Teilen zwischen Assistenten: Jeder Skill gehört genau einem Assistenten — es gibt weder einen Download-/Export-Button noch eine "an weiteren Assistenten anhängen"-Funktion. Soll derselbe Skill bei mehreren Assistenten laufen, lade die lokal aufbewahrte .zip bei jedem Assistenten einzeln hoch.
Hinweis
Bittest du den Assistenten im Chat, einen bestehenden Skill "zu verbessern" oder "zu erweitern", legt er dafür oft ein komplett neues Paket an, statt das vorhandene zu aktualisieren. Prüfe die Skills-Liste danach und entferne veraltete Duplikate manuell.
Wo es weitergeht
- Editor → Werkzeuge — die Werkzeuge-Sektion, mit der Skills zusammenspielen
- Code-Sandbox — wie die Ausführungs-Umgebung im Detail aussieht
- Assistenten-Übersicht — der gesamte Assistenten-Workflow, in den Skills integriert sind