Wie meinGPT personenbezogene Daten und Betriebsgeheimnisse erkennt und schwärzt, bevor ein Prompt ein Modell außerhalb der EU erreicht
Der PII-Filter ist eine Schutzschicht an genau einer Stelle: bevor ein Prompt an ein Modell außerhalb der EU geht. Er prüft Deine Eingabe auf personenbezogene Daten und vertrauliche Unternehmensdaten und bietet Dir eine geschwärzte Fassung an, bevor die Anfrage verschickt wird.
Der Filter prüft ausschließlich bei Modellen außerhalb der EU. Wählst Du ein EU-gehostetes Modell, findet keine Prüfung statt: Das Modell selbst läuft im europäischen Hosting, und der Filter kostet dort weder Zeit noch Credits.
Die Entscheidung fällt anhand der Hosting-Region des ausgewählten Modells. Welches Modell wo läuft, steht in der Modellübersicht und ist auch in der Modellauswahl im Chat jederzeit sichtbar. Bestes Modell gilt dabei als EU-Modell und wird nicht geprüft — auch dann nicht, wenn die automatische Auswahl auf ein freigegebenes Modell außerhalb der EU ausweicht, etwa weil GPT-5 im Workspace deaktiviert ist.
Geprüft wird in der meinGPT-Web-App an zwei Stellen: im Chat beim Absenden einer neuen Nachricht und in der Bildgenerierung beim Absenden eines Prompts. Das gilt auch für Chats mit Assistenten und in Projekten.
Was der Filter nicht prüft
Der Filter läuft im Eingabefeld der Web-App, nicht auf dem Server. Deshalb wird nicht geprüft:
Bearbeiten und Neu generieren einer Nachricht — auch nicht, wenn Du dabei auf ein Modell außerhalb der EU wechselst
Der bisherige Chatverlauf, wenn Du einen laufenden Chat auf ein Modell außerhalb der EU umstellst — geprüft wird nur die neue Nachricht, der Verlauf geht ungeprüft mit
Anfragen über die API, das Outlook-Add-in und Workflows
Deine Nachricht wird nicht sofort verschickt, sondern zuerst geprüft.
Prüfung durch ein Prüfmodell
Der Prompt geht an ein Prüfmodell — GPT-5 über den Azure OpenAI Service im EU-Rechenzentrum. Nur wenn eine Eingabe das Kontextfenster von GPT-5 übersteigt (rund 400.000 Tokens), prüft ein anderes Modell mit größerem Kontextfenster, das nicht zwingend in der EU läuft. Das Prüfmodell ist ausdrücklich als reiner Erkennungsschritt instruiert, nicht als Assistent: Es beantwortet Deine Anfrage nicht, es markiert nur. Jede Prüfung wird wie jede andere Modellnutzung in Credits abgerechnet.
Strukturiertes Ergebnis
Zurück kommt kein Freitext, sondern ein festes Schema mit vier Feldern: eine kurze Begründung, der bereinigte Text, eine Zuordnungstabelle Platzhalter zu Originalwert und die Anzahl der Schwärzungen.
Deine Entscheidung
Findet die Prüfung mindestens eine Fundstelle, erscheint der Dialog Personenbezogene Informationen erkannt mit dem bereinigten Text. Mit Nachricht anonymisieren übernimmst Du die geschwärzte Fassung, und erst diese wird verschickt. Findet die Prüfung nichts, geht Deine Nachricht ohne Dialog raus.
Ein geschwärzter Prompt sieht zum Beispiel so aus:
Eingabe: @Max Mustermann: Verwende bitte den aktuellen API Key: sk-meingpt-asjdjkasnd...Bereinigt: @[NAME]: Verwende bitte den aktuellen API Key: [SECRET]
Die Platzhalter wählt das Prüfmodell selbst; sie heißen nicht immer gleich (etwa [NAME], [NAME1] oder [APIKEY]).
Die Stufe gilt für den gesamten Workspace. Du setzt sie als Workspace-Admin unter Einstellungen → Erweiterte Einstellungen im Feld PII-Filter.
Stufe
Was passiert
Ohne Einschränkungen
Keine Prüfung, keine Warnung. Auslieferungszustand eines neuen Workspace.
Warnhinweis
Kein Inhalts-Scan. Bei Nicht-EU-Modellen erscheint der Hinweis Nicht-EU-Modell erkannt, den Nutzer bestätigen und über Diese Warnung nicht mehr anzeigen ausblenden können — gespeichert wird das im Browser, nicht im Nutzerkonto.
Filter für personenbezogene Daten – Flexibel
Inhalts-Scan bei Nicht-EU-Modellen. Erkannte Daten werden angezeigt; Nutzer können anonymisieren oder über Ignorieren bewusst darüber hinweggehen.
Filter für personenbezogene Daten – Strikt
Wie flexibel, nur ohne Ignorieren. Schließt ein Nutzer den Dialog, bleibt die Nachricht im Eingabefeld: Er kann sie von Hand ändern und erneut senden — dann wird wieder geprüft — oder ein EU-Modell wählen.
Achtung
Der Auslieferungszustand ist „Ohne Einschränkungen". Ein neuer Workspace startet ohne Prüfung und ohne Warnung. Setze die Stufe vor dem Rollout bewusst — sie ist keine Einstellung, die sich von selbst auf einen strengen Wert stellt.
Jede Änderung an dieser Einstellung wird im Änderungsprotokoll festgehalten — siehe Compliance Controls.
Das Prüfmodell ist angewiesen, personenbezogene Daten und potenziell vertrauliche Unternehmensdaten zu schwärzen, zum Beispiel:
vollständige Namen — ein Vorname allein bleibt stehen
Kennungen wie die IMEI eines Geräts
API-Schlüssel und andere Geheimnisse
Die Erkennung ist bewusst konservativ angelegt: Was vertraulich sein könnte, wird geschwärzt. Ein reiner Firmenname ohne Geheimhaltungsbedarf bleibt dagegen stehen. Eine feste Liste von Datenarten gibt es nicht — was geschwärzt wird, entscheidet das Prüfmodell im Einzelfall.
Der Filter ist eine zusätzliche Schutzschicht, kein Nachweis der Datenfreiheit. Plane ihn in einer Datenschutzfolgenabschätzung entsprechend ein.
Die Erkennung übernimmt ein Sprachmodell und ist damit probabilistisch. Sie ist keine regelbasierte Garantie, dass jede personenbezogene Angabe gefunden wird.
Geprüft wird der eingegebene Text — nicht der Inhalt angehängter Dateien, nicht die Fundstellen aus Datenpools und nicht die Ergebnisse der Websuche.
Fällt die Prüfung technisch aus, wird die Nachricht durchgelassen — egal, ob der Fehler im Browser oder beim Prüfmodell auftritt. Der Filter blockiert also nicht als Nebenwirkung einer Störung, ist im Störungsfall aber auch nicht wirksam.
Die Zuordnungstabelle wird nicht automatisch zurückgesetzt. Der Platzhalter bleibt in der Unterhaltung stehen, die Antwort kommt also mit [NAME] zurück statt mit dem echten Namen.
Extrem lange Eingaben werden übersprungen. Übersteigt der Text jedes verfügbare Kontextfenster (rund eine Million Tokens), entfällt die Prüfung.
Wenn Du sicherstellen willst, dass Prompts nur Modelle im europäischen Hosting erreichen, ist der Filter nicht das richtige Werkzeug — die Modellfreigabe ist es. Als Workspace-Admin legst Du fest, welche Sprachmodelle überhaupt zur Auswahl stehen (siehe Modelle aktivieren oder deaktivieren). Bildmodelle gibst Du getrennt frei, und einige davon laufen außerhalb der EU (siehe Bildmodelle).
Die Modellfreigabe betrifft nur die Modelle selbst. Werkzeuge, die externe Dienste aufrufen — etwa die Websuche oder Connectoren zu Drittsystemen —, übermitteln ihre Anfragen an den jeweiligen Anbieter, unabhängig davon, wo das Modell läuft.
Der PII-Filter ist dann die zweite Linie für den Fall, dass später doch ein Modell außerhalb der EU freigegeben wird. Diese Kombination — nur EU-Sprach- und Bildmodelle freigeben, Stufe Strikt setzen — ist der übliche Zuschnitt für Organisationen mit erhöhten Anforderungen.